Diese Versicherungen lohnen sich – und welche nicht
Viele Versicherungen werden angeboten, doch nicht alle sind tatsächlich sinnvoll. Einige schützen Dich zuverlässig vor existenziellen Risiken, andere kosten meist nur Geld und bringen wenig Nutzen. Damit Du den Überblick behältst, zeigen wir Dir, wann sich eine Versicherung wirklich lohnt – und welche Verträge Du mit gutem Gewissen ignorieren kannst. So gehst Du gezielt und informiert an das Thema heran und bist für den Ernstfall optimal gewappnet.
Das Wichtigste in Kürze
- Private Haftpflicht, Berufsunfähigkeits- und Hausratversicherung gehören zu den wichtigsten und sinnvollsten Versicherungen.
- Kfz-Versicherung ist für Autobesitzer gesetzlich vorgeschrieben und schützt vor enormen Kosten nach Unfällen.
- Rechtsschutz- und Auslandsreisekrankenversicherung lohnen sich nur bei konkretem Bedarf oder viel Auslandsaufenthalt.
- Restschuld-, Handy- und Brillenversicherungen sind meist teuer und bieten wenig tatsächlichen Mehrwert.
- Regelmäßige Überprüfung und Anpassung des Versicherungsschutzes ist sinnvoll, um optimal abgesichert zu bleiben.
Private Haftpflicht schützt vor teuren Schäden im Alltag
Die private Haftpflichtversicherung zählt zu den wichtigsten Absicherungen im Alltag. Denn es kann schnell passieren, dass Du aus Versehen das Smartphone eines Freundes fallen lässt oder beim Radfahren einen Unfall verursachst. Solche Missgeschicke können teuer werden – gerade dann, wenn Personen verletzt werden oder hohe Sachschäden entstehen.
Mit einer privaten Haftpflicht schützt Du Dich vor finanziellen Folgen, die durch solche Situationen entstehen. Die Versicherung übernimmt berechtigte Schadenersatzforderungen und wehrt unberechtigte Ansprüche für Dich ab. Schon kleinste Unaufmerksamkeiten können große Kosten nach sich ziehen, zum Beispiel bei einem Wasserschaden in der Mietwohnung oder wenn Dein Hund jemanden anfällt.
Der Beitrag für eine gute Haftpflicht ist dabei erstaunlich niedrig im Vergleich zum möglichen Schadensrisiko. Wer keine private Haftpflicht hat, riskiert schlimmstenfalls seine gesamte finanzielle Existenz. Für wenige Euro pro Monat kannst Du also ganz entspannt dem Alltag begegnen, weil große Sorgen um teure Schäden entfallen.
Zusätzlicher Lesestoff: Wie Du mit deinem Arbeitgeber Umzugskosten teilen kannst
Berufsunfähigkeitsversicherung sichert das Einkommen zuverlässig ab

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist für alle unverzichtbar, die auf ihr eigenes Arbeitseinkommen angewiesen sind. Wenn Du aufgrund Krankheit oder eines Unfalls dauerhaft Deinen Beruf nicht mehr ausüben kannst, droht schnell eine finanzielle Lücke. Die staatlichen Leistungen reichen oft bei Weitem nicht aus, um laufende Kosten und Verpflichtungen zu decken.
Genau hier springt die private Berufsunfähigkeitsversicherung ein. Sie zahlt Dir im Ernstfall eine monatliche Rente – meist bis zur Rente – und bewahrt Dich vor Geldsorgen. Besonders sinnvoll ist diese Absicherung für Angestellte, Selbstständige und junge Menschen früh im Berufsleben. Denn je früher man abschließt, desto günstiger fallen Beiträge und Konditionen in der Regel aus.
Wichtig: Die Versicherung sollte möglichst frühzeitig abgeschlossen werden, solange Du gesund bist. Denn spätere Erkrankungen können den Abschluss erschweren oder verteuern. Mit dieser Vorsorge sicherst Du Dir Deine finanzielle Unabhängigkeit und schützt Dich zuverlässig gegen existenzbedrohende Einkommensausfälle.
Hausratversicherung ratsam bei wertvoller Einrichtung oder Technik
Eine Hausratversicherung ist vor allem dann sinnvoll, wenn Deine Wohnung mit teurer Einrichtung oder moderner Technik ausgestattet ist. Stell Dir vor, ein Wasserrohrbruch setzt Dein Wohnzimmer unter Wasser und beschädigt Möbel, Fernseher und Laptop. Oder es wird bei Dir eingebrochen und hochwertiger Schmuck verschwindet. In solchen Fällen übernimmt die Hausratversicherung den Schaden und sorgt dafür, dass Du nicht auf den Kosten sitzen bleibst.
Sie schützt Dich bei Einbruchdiebstahl, Feuer, Leitungswasserschäden und Vandalismus. Besonders praktisch: Auch Schäden durch Sturm oder Hagel an Deinen Sachen sind meist abgedeckt. Gerade in dicht besiedelten Städten steigt das Risiko von Einbrüchen oder Wasserschäden durch Nachbarn. Die Versicherung reguliert unkompliziert viele Alltagsrisiken – von zerstörten Fenstern bis hin zu gestohlenen Fahrrädern aus dem Keller.
Du solltest darauf achten, die Versicherungssumme ausreichend hoch anzusetzen, damit der Wiederbeschaffungswert Deines gesamten Hausrats wirklich gedeckt ist. Wer Wertgegenstände besitzt oder viel in elektronische Geräte investiert hat, kann sich so im Ernstfall aussichtslosen Geldsorgen entziehen. Eine Hausratversicherung bietet daher besonders für Haushalte mit kostspieligen Anschaffungen oder wertvollen Erinnerungsstücken einen beruhigenden Schutz.
Es ist besser, eine Versicherung zu haben und sie nicht zu brauchen, als sie zu brauchen und sie nicht zu haben. – Otto von Bismarck
Kfz-Versicherung ist für Autobesitzer unverzichtbar
Wer ein Auto besitzt, kommt an einer Kfz-Versicherung nicht vorbei – sie ist gesetzlich vorgeschrieben und schützt Dich im Straßenverkehr vor enormen Kosten. Ohne diesen Schutz müsstest Du bei einem Unfall auf sämtlichen Schadenersatzforderungen persönlich haften. Gerade bei Personenschäden können diese Summen sogar existenzielle Ausmaße annehmen.
Die Versicherung besteht in der Regel mindestens aus der Haftpflichtkomponente, die für alle Unfallschäden gegenüber Dritten aufkommt. Wer sein Fahrzeug zusätzlich gegen Diebstahl, Unwetterschäden oder selbst verschuldete Unfälle absichern möchte, kann eine Teilkasko- oder Vollkaskoversicherung ergänzen. Dadurch bist Du noch breiter geschützt, zum Beispiel wenn einmal ein Wildunfall passiert oder Sturm Äste aufs Dach fallen lässt.
Teuer wird es schnell, wenn Du keinen ausreichenden Versicherungsschutz hast. Selbst kleine Blechschäden können spürbare finanzielle Folgen haben, große Unfälle mit Verletzten werden leicht zur Schuldenfalle. Mit einer passenden Police kannst Du ruhig schlafen – unabhängig davon, ob Dein Wagen neu, gebraucht oder besonders wertvoll ist. So erhältst Du schnelle Hilfe im Ernstfall und ersparst Dir lästige Auseinandersetzungen mit geschädigten Dritten.
Siehe auch: Umzug mit Kindern: Spartipps für Familien
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| Versicherung | Lohnt sich besonders für |
|---|---|
| Private Haftpflichtversicherung | Alle, die sich vor Alltagsrisiken und teuren Schäden schützen wollen |
| Berufsunfähigkeitsversicherung | Personen, die auf ihr Arbeitseinkommen angewiesen sind |
| Hausratversicherung | Haushalte mit wertvoller Einrichtung, Technik oder Erinnerungsstücken |
| Kfz-Versicherung | Alle Autobesitzer (gesetzlich vorgeschrieben) |
| Rechtsschutzversicherung | Personen mit häufigen juristischen Auseinandersetzungen |
| Auslandsreisekrankenversicherung | Reisende, insbesondere bei längeren Auslandsaufenthalten |
| Restschuldversicherung | Meist nicht sinnvoll – in den meisten Fällen teuer und wenig hilfreich |
| Handy- oder Brillenversicherung | Selten lohnend – bringt meist keinen echten Mehrwert |
Rechtsschutzversicherung nützt bei häufigen juristischen Auseinandersetzungen

Wenn Dir schon einmal ein Streit mit dem Vermieter, Arbeitgeber oder beim Autounfall Kopfzerbrechen bereitet hat, weißt Du: Juristische Auseinandersetzungen können nicht nur langwierig, sondern auch teuer werden. Eine Rechtsschutzversicherung übernimmt in solchen Fällen Anwaltskosten, Gerichtskosten sowie eventuell anfallende Gutachtergebühren. Das verschafft Dir im Ernstfall einen echten Vorteil, denn häufig ist die Hemmschwelle hoch, überhaupt rechtliche Schritte einzuleiten – besonders wenn finanzielle Risiken unklar sind.
Für Menschen, bei denen immer wieder rechtliche Konflikte vorkommen, zum Beispiel wegen Mietfragen oder im Straßenverkehr, macht eine solche Police besonders Sinn. Aber auch im Arbeitsleben kann es schnell zu Streitigkeiten kommen, sodass der Abschluss eines Arbeitsrechtsschutzes ratsam sein kann. Wichtig: Die Leistungen unterscheiden sich je nach Tarif und Anbieter teils deutlich, deshalb solltest Du genau prüfen, welche Bereiche abgedeckt sind und wo Einschränkungen gelten.
Bedenke auch, dass Wartezeiten üblich sind – das bedeutet, der Versicherungsschutz beginnt meist erst einige Monate nach Vertragsabschluss. Trotz dieser Einschränkungen bietet die Rechtsschutzversicherung vielen Menschen ein beruhigendes Gefühl und ermöglicht, sein Recht durchzusetzen, ohne Angst vor hohen Kosten haben zu müssen.
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Auslandsreisekrankenversicherung sinnvoll für längere Reisen

Eine Auslandsreisekrankenversicherung ist besonders dann empfehlenswert, wenn Du eine Reise außerhalb Europas oder einen längeren Aufenthalt im Ausland planst. Zwar übernimmt Deine gesetzliche Krankenversicherung innerhalb der EU und einiger weiterer Länder viele Leistungen, doch außerhalb dieser Regionen bleibst Du oft auf den Kosten sitzen. Schon eine einfache ärztliche Behandlung oder ein kurzer Krankenhausaufenthalt können in manchen Ländern sehr teuer werden.
Hinzu kommt, dass die gesetzliche Kasse keine Rücktransporte nach Deutschland bezahlt – selbst, wenn dies medizinisch sinnvoll oder notwendig wäre. Hier greift der Schutz der Auslandsreisekrankenversicherung: Sie deckt notwendige Heilbehandlungen während des Auslandsaufenthaltes ab und finanziert notfalls auch einen Rücktransport. Das spart Dir viel Geld und Ärger, denn die Rechnungen aus Amerika, Australien oder Asien übersteigen oftmals mehrere Tausend Euro.
Für etwa zehn bis zwanzig Euro pro Jahr bist Du bei Urlaubsreisen bereits umfangreich versichert. Wer häufiger oder länger unterwegs ist, profitiert direkt vom umfassenden Leistungspaket und kann die Reise unbeschwerter genießen. Besonders praktisch: Meist kannst Du die Police kurzfristig online abschließen und bist sofort abgesichert. So verhinderst Du böse Überraschungen durch hohe Arztrechnungen fernab der Heimat.
Restschuldversicherung meist unnötig und teuer
Viele Banken und Kreditinstitute bieten beim Abschluss eines Kredits eine Restschuldversicherung an. Die Idee dahinter ist, dass der offene Kreditbetrag auch dann getilgt wird, falls Du beispielsweise unverschuldet Deinen Job verlierst oder langfristig krank wirst. Auf den ersten Blick klingt das nach Sicherheit – doch meistens ist diese Versicherung unnötig und zudem sehr teuer.
Die zusätzlichen Kosten für die Restschuldversicherung werden häufig auf die gesamte Kreditsumme aufgeschlagen und erstrecken sich über die komplette Laufzeit. Dadurch verteuert sich der Kredit erheblich, oft ohne echten Mehrwert. Denn viele Risiken – wie Arbeitslosigkeit oder bestimmte Krankheiten – sind gar nicht oder nur sehr eingeschränkt abgesichert. Gleichzeitig gibt es zahlreiche Ausschlussklauseln, was im Ernstfall dazu führen kann, dass die Versicherung gar nicht zahlt.
Zudem ist bei bestehenden Sozialabsicherungen und anderen Versicherungen ein zusätzlicher Schutz meist entbehrlich. Es empfiehlt sich daher in den meisten Fällen, kritisch zu prüfen, ob eine Restschuldversicherung überhaupt gebraucht wird. In vielen Situationen bist Du mit anderen Absicherungen besser und günstiger aufgestellt und kannst Dir die hohen Extrakosten sparen.
Handy- oder Brillenversicherungen bringen selten echten Mehrwert
Handy- oder Brillenversicherungen werden oft beim Kauf eines neuen Smartphones oder einer hochwertigen Brille direkt mit angeboten. Auf den ersten Blick wirkt das verlockend: Schon kleine Missgeschicke wie ein Displaybruch oder Kratzer an der Brille können kostspielig sein. Viele solcher Versicherungen versprechen schnelle Reparatur oder Ersatz im Schadensfall.
Allerdings lohnt sich der Abschluss dieser Policen in den meisten Fällen kaum. Die Beiträge stehen häufig in keinem sinnvollen Verhältnis zum tatsächlichen Risiko oder möglichen Schaden. Auch sind viele Schäden – etwa selbstverschuldete Unfälle, einfache Kratzer oder Verschleiß – oft von den Leistungen ausgeschlossen. Das bedeutet: Im Ernstfall gehen Betroffene nicht selten leer aus.
Zudem ersetzt die Versicherung in der Regel nur den Zeitwert und nicht den Neupreis des Geräts oder der Brille. In vielen Fällen sparst Du langfristig mehr Geld, wenn Du kleinere Reparaturen selbst bezahlst oder einen eventuell notwendigen Austausch einfach selbst finanzierst. Kurzum: Oft überwiegt der administrative Aufwand den Nutzen deutlich.
Es ist sinnvoller, für solche Zwischenfälle lieber ein kleines finanzielles Polster zurückzulegen, als regelmäßig Beiträge für einen Schutz zu zahlen, der meist wenig bringt. So bleibst Du flexibel, unabhängig – und schützt Deinen Geldbeutel vor unnötigen Ausgaben.